Dienstmädchen, ausgebeutet hier wie dort

Was mit Dienstmädchen geschieht

Kontext, 17. August 2015, SRF2Kultur, 09.02
Sklaverei ist offiziell abgeschafft - doch ist sie in unterschiedlichen Formen immer noch zu finden in ungerechten Arbeitsverhältnissen, die Abhängigkeiten schaffen.
Kontext schaut nach Brasilien, wo ein Spielfilm von der Situation der Hausangestellten erzählt - der brasilianische Spielfilm «The Second Mother (Che horas ela volta?)» erzählt die Geschichte einer Hausangestellten, die sich seit Jahrzehnten ein ungerechtes Arbeitsverhältnis gefallen lässt. Und wir schauen in die Schweiz, wo sich Sans-Papiers nicht gegen ungerechte Arbeitsbedingungen wehren können.

Wie Sibel Arslan von der Basler Zeitung zu Fall gebracht wurde

Dreizehn Tage im Dezember - ein Lehrstück
SRF2Kultur, Passage, Freitag, den 5. Juni, 20.00 Uhr

Sie suchte den beruflichen Aufstieg, sie hat sich engagiert und auch exponiert aber mit der «Basler Zeitung» hat sie nicht gerechnet. Sie stammt aus der Türkei, ist jung, engagiert, gut ausgebildet und hat eine glänzende Karriere vor sich: Sibel Arslan, Juristin und Politikerin der Basta im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt. Als sie zu ihrem ersten grossen Karriereschritt ansetzt, schaltet sich die lokale Zeitung ein, die «Basler Zeitung», mit Erfolg: Sibel Arslan kriegt ihre bereits zugesagte Stelle nicht. Ein Lehrstück über die Macht der Medien.

Flüchtlingen eine Stimme geben

Wie reden, wie erzählen über Flüchtlinge und ihre Flucht
SRF2Kultur, Kontext, Dienstag, 28. April 2015, 9:02 Uhr
Niemand kennt ihre Namen, ganz knapp noch weiss man, woher sie kommen. Wer es schafft, heil übers Meer zu kommen, wird abgelichtet mit einer Nummer vor der Brust, das wars. Und irgendwann verschwinden sie, in der Anonymität der Grossstädte, der Früchteplantagen.Kann ihnen, den Frauen und Männern und Kindern, die Literatur, der Film, das Theater eine Stimme geben? Dieser Frage gehen wir in dieser Sendung nach, mit der Regisseurin Ursina Greuel, dem Schriftsteller Abbas Khider und der Filmemacherin Miriam Fassbender.

Wer Flüchtlinge schützt

Wer flüchtlinge schützt
Freitag, 21. November 2014, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Erstmals sind auf der Welt wieder mehr Flüchtlinge unterwegs als am Ende des Zweiten Weltkriegs: aber wer schützt sie?

Die Bilder, die uns erreichen, zeigen Menschen am Ende ihrer Kräfte. Sie sind übers Meer gekommen, fast verdurstet, hungrig und landen in Flüchtlingscamps oder auf der Strasse. Christoph Keller hat drei Gespräche geführt zur Frage, warum Flüchtlinge besonderen Schutz brauchen, auch schon bei der Überfahrt: mit Christopher Hein, Leiter des italienischen Flüchtlingsrats, mit Roger Zetter vom Refugee Studies Center an der Universität Oxford und mit Celsa Amarelle, Nationalrätin und Professorin für Migrationsrecht an der Universität Neuchâtel.

Die verborgenen Kolonien der Schweiz

Die verborgenen Kolonien der Schweiz
Freitag, 19. September 2014, 20:00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur 

Lange konnte die Schweiz so tun, als habe sie keine koloniale Vergangenheit - heute nicht mehr.

Die Schweiz habe keine koloniale Vergangenheit, so lautet die landläufige Meinung. Doch - Sklavenschiffe, die von Schweizer Bankiers mitfinanziert wurden, Völkerschauen, Forschungsexpeditionen und vieles mehr erzählen eine andere Geschichte. Eine verdrängte Geschichte, sagt die Philosophin Patricia Purtschert, die sich mit der kolonialen Vergangenheit der Schweiz seit Jahren auseinandersetzt. Im Gespräch mit Christoph Keller erläutert sie auch, was das alles zu tun hat mit der Figur des Globi, mit Schorsch Gaggo und dem Blackfacing.

Hier mit dir

Hier mit dir
Wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturen sich in der Schweiz begegnen: In unserer Sommerserie «Hier mit dir» sprechen wir mit Menschen verschiedener Herkunft, die in der Schweiz zusammen arbeiten, leben oder sich lieben. Eine bewegende, eine berührende Sommerserie auf SRF2Kultur.

Jeder nach seiner Art glücklich, oder auch nicht

Jeder soll nach seiner Art glücklich werden, so lautet die allgemeine Auffassung.
Falsch, sagt die Philosophin Rahel Jaeggi. Und rüttelt an einem Dogma.Das liberale Credo, aber auch das allgemeine Dogma in der Philosophie, geht in die Richtung: Jeder darf so leben, wie er will, so lange er die Freiheit und das Leben des anderen nicht tangiert.Die Philosophin Rahel Jaeggi, die an der Humboldt Universität in Berlin lehrt, hält dieser Auffassung entgegen, dass Lebensformen durchaus kritisierbar seien. Weil sie manchmal schädlich sind, weil sie manchmal nicht mehr tauglich sind. Christoph Keller hat die Philosophin in Berlin getroffen.

Wenn die Euroskeptiker kommen

Die europäischen Wahlen und der Egoismus der Mitte
Wie auch immer die Wahlen zum Europäischen Parlament ausgehen, eines ist klar: dass die euroskeptischen Parteien, vor allem die rechtspopulistischen, an Stimmen gewinnen werden. Vor allem in Frankreich, aber auch in Deutschland werden sie punkten. Die Gründe liegen in beiden Ländern in einem schwindenden Bewusstsein für die Werte Europas, aber auch in einer tiefsitzenden Kultur des Egoismus. Das sagt die Politologin, Autorin und Dozentin Jacqueline Hénard, die sowohl in Paris wie in Berlin lebt und arbeitet, in einer Sendung von Christoph Keller, und in einer weiteren Einschätzung, mit dem Politologen José Ignacio Torreblanca und der Politologin Tanja Klein.

Über schmutziges Gold

Warum uns schmutziges Gold kümmern muss
Gold ist ein begehrtes Metall: als Geldanlage, als Schmuck, aber auch als Industrieprodukt. Doch was da glänzt, wird keineswegs sauber gewonnen und schon gar nicht fair. Wenn die Basel World heute ihre Tore öffnet, geht es um Schmuck, um Schönheit, um Geld. Aber auch ums Gold, denn Gold fasziniert an Uhren und als Schmuck. Gold ist die Superwährung dieser Welt, Gold ist die sicherste Reserve. Doch die Förderung von Gold ist vielerorts auch ein schmutziges Geschäft. Die Goldförderung belastet die Umwelt, sie beeinträchtigt den Lebensraum von Menschen. Dafür trägt die Schweiz, der weltweit grösste Umschlagplatz für Gold, eine besondere Verantwortung, wie in der Sendung gezeigt wird. (21.03.2014)